Risiken und Nebenwirkungen von Narkosen und Regionalanästhesien

Ein Null-Risiko gibt es leider nicht!
 
Allgemeine Risiken            
Alle heutigen Narkoseverfahren gelten als sehr sicher. Aus methodischen Gründen sind genaue statistische Angaben allerdings nicht ganz einfach zu machen. Das Risiko, einen schwerwiegenden Narkosezwischenfall zu erleiden, dürfte etwa in der gleichen Grössenordnung liegen, wie auf dem Flug in die Ferien abzustürzen. Die Fahrt mit dem Auto zur Praxis oder dem Spital, in dem die Narkose durchgeführt wird, ist aber mit Sicherheit deutlich gefährlicher ...  
Aber: Wie allgemein im Leben besteht auch in der Medizin trotz aller Sorgfalt der beteiligten Ärzte und Pflegenden immer ein minimales Restrisiko für Komplikationen! Das Gesamtrisiko eines operativen Eingriffes und der dafür nötigen Narkose hängt unter anderem ab:

  • vom Alter des Patienten
  • von den Lebensgewohnheiten des Patienten (z.B. Nikotin-, Alkohol- und / oder Drogenkonsum)
  • vom Vorliegen von Vor- und Begleiterkrankungen und deren Schweregrad
  • von der Komplexität und der Dauer des durchgeführten operativen Eingriffes
  • vom Zeitpunkt des Eingriffes (geplant oder notfallmässig)
  • von der Erfahrung der beteiligten Ärzte

Die Kenntnis dieser Risikofaktoren ist für den Anästhesiearzt sehr wichtig. Aus diesem Grund müssen Sie vor jeder Narkose einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, damit dieser Ihr individuelles Narkoserisiko beurteilen kann. Für ambulante Eingriffe kommen in der Regel nur Patienten mit keinen oder nur leichtgradigen Risikofaktoren in Frage.
Sie als Patient tragen wesentlich zur Risikominimierung bei, indem Sie uns über möglichen Risikofaktoren informieren und sich an die Empfehlungen des Narkosearztes halten.
 
Nebenwirkungen
Häufige, harmlose Begleiterscheinungen von Vollnarkosen können sein:

  • Übelkeit und Erbrechen. Dies kann jedoch fast immer sehr gut und schnell behandelt werden.
  • Leichte Halsschmerzen und eventuell Heiserkeit bedingt durch die während der Narkose zur Beatmung verwendete Kehlkopfmaske bzw. den verwendeten Tubus. Auch diese Beschwerden sind vorübergehend und können gut behandelt werden.

Bei Regionalanästhesie treten gelegentlich folgende unerwünschten Effekte auf:

  • Schmerzen bei der Punktion. Diese können meistens durch eine  Nachbesserung der örtlichen Betäubung an der Punktionsstelle beseitigt werden.
  • Ungenügende oder zu kurze Wirkung. Dieses Problem kann mit zusätzlicher Gabe von Schmerzmitteln oder notfalls durch eine zusätzliche Narkose behoben werden.
  • Harnverhalt (nach Spinalanästhesie)

 
Seltene spezifische Risiken                               
Sehr selten können bei Vollnarkosen folgende spezifische Komplikationen auftreten:

  • Zahnschäden
  • Stimmbandschäden
  • Schwierigkeiten beim Einführen des Beatmungsschlauches (Tubus)
  • Aspiration
  • Wachheit während der Narkose

Bei Regionalanästhesien kommt es sehr selten zu:

  • Infektionen an der Punktionsstelle
  • Kopf- oder Rückenschmerzen (nach Spinalanästhesie)
  • Nervenschädigungen mit Gefühlsstörungen und Lähmungen